Mit wildfremden Menschen kuscheln, die Sehnsucht nach Körperlichkeit stillen: Kuschelpartys in Berlin machen es möglich.
Von Dirk Engelhardt
Der Autor der Berliner Stadtillustrierten hat die Party offenbar fluchtartig verlassen, um sich «zusammen mit einem Freund und einem Glas Bier» in der nächstgelegenen Kneipe zu erholen. Jene ominöse «Kuschelparty» wird er bestimmt nicht wieder besuchen. Damit bestätigt sich jedoch nur, dass Mitteleuropäer oft ein Problem haben mit körperlicher Nähe, die nicht in Sex mündet, oder die nicht auf enge Familienangehörige beschränkt ist.
Trotz der negativen Kritik, die daraufhin in der Stadtillustrierten erschienen ist, haben sich zum nächsten Partytermin wieder fast 50 Kuschelfans in das Kreuzberger Meditationszentrum gefunden, welches die Kuschelpartys seit einigen Monaten veranstaltet. Die Regeln schauten die Organisatoren von der New Yorker «Cuddleparty» ab, die da heissen: Die Pyjamas bleiben die ganze Zeit an! K e i n Sex. Küssen ist erlaubt. Niemand m u s s kuscheln! Wenn du J a meinst, sag Ja. Wenn du N e i n meinst, sag Nein. Und wer in einer Beziehung ist, sollte seinem Partner möglichst vorher mitteilen, auf welche Party er geht.